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Lektüreempfehlung: Katharina Oguntoye “Eine afro-deutsche Geschichte: Zur Lebenssituation von Afrikanern und Afro-Deutschen in Deutschland von 1884 bis 1950″

Selten habe ich eine solch gute Arbeit gelesen, wie die 1997 als Buch erschienene Magisterarbeit “Eine afro-deutsche Geschichte: Zur Lebenssituation von Afrikanern und Afro-Deutschen in Deutschland von 1884 bis 1950″, von Katharina Oguntoye. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Interviews, die die Historikerin mit Mitgliedern der Familie Diek geführt hat. Vor diesem Hintergrund rollt sie die Geschichte Schwarzer Deutscher und Schwarzer Menschen in Deutschland auf. Hierzu wertete die Autorin gedruckte Quellen aus und sichtete einen umfassenden Archivbestand, der sich in Teilen als ertragreiche Anlage im Anhang des Buches findet. Auf dieser Basis entsteht ein differenziertes und umfassendes Bild.

Da das Buch, erschienen im Verlag Christine Hoffmann, leider nur noch über Bibliotheken erhältlich zu sein schein, sei an dieser Stelle gleichzeitig auf die daraus hervorgegangene Ausstellung “Spurensuche” und den bei der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlichten Aufsatz Oguntoyes “Afrikanische Zuwanderung nach Deutschland zwischen 1884 und 1945″ hingewiesen. Wem immer möglich oder wer gar an einer sozialwissenschaftlichen oder historischen Untersuchung (Magisterarbeit / Dissertation) arbeitet, sollte aber schon allein für das beispielhafte methodische Vorgehen auf Oguntoyes Buch zurückgreifen!

Katharina Oguntoye:Eine afro-deutsche Geschichte: Zur Lebenssituation von Afrikanern und Afro-Deutschen in Deutschland von 1884 bis 1950
Berlin: Verlag Christine Hoffmann
ISBN 3-929120-08-9 / 209 Seiten

Ebenfalls von der Autorin empfehlenswert:
Oguntoye, Katharina / Opitz [Ayim], May / Schultz, Dagmar (1997
[Erstausgabe 1986]): Farbe bekennen: Afro-deutsche Frauen auf
den Spuren ihrer Geschichte. Neu aufgelegt 2012 –> Orlanda.

weitere Buchempfehlungen

Ab sofort im Handel !
Erschienen im Metropol Verlag
ISBN: 978-3-86331-132-2

280 Seiten, 22,00 Euro

Oumar Diallo · Joachim Zeller (Hrsg.)

Black Berlin


black_berlinwebDie deutsche Metropole und ihre afrikanische Diaspora in Geschichte und Gegenwart

Menschen afrikanischer Herkunft leben seit vielen Generationen in Berlin und prägen die Metropole an der Spree und ihre Transkulturalität. Der Titel des Buches – „Black Berlin“ – verweist auf die Rückwirkungen, die das Jahrhunderte währende koloniale Projekt Europas auch auf Deutschland ausgeübt hat. Die Beiträge des Sammelbandes befassen sich mit den verschiedenen Phasen der afrikanischen Migration in den vergangenen rund drei Jahrhunderten. Sie spüren dem Leben von Afrikanerinnen und Afrikanern, Schwarzen Deutschen, People of Color oder Afro-Amerikanern nach und erzählen von ihrem Ringen um Emanzipation und soziale Gleichstellung. Zur Sprache kommen neben Fragen der Integrationspolitik auch der (latente) Rassismus und Diskriminierungen vonseiten der weißen Mehrheitsgesellschaft. Schließlich werden wichtige Initiativen der Diaspora-Gemeinschaften und ihre politischen Aktivitäten im heutigen Berlin vorgestellt.

Oumar Diallo ist Leiter des Afrika Hauses Berlin und unser Kooperationspartner im Projekt Akoma Ntoso

 

 

Broschüre Paulette Reed Anderson

Das Portal Lernen aus der Gerschichte (LaG) hat zu der Veröffentlichung der Broschüre "Die Geschichte der Afrikanischen Diaspora in Berlin
Rassenpolitik im NS, Rassismus, deutscher Kolonialismus, Nationalsozialismus" von
Paulette Reed-Andersohn: Menschen Orte Themen. Zur Geschichte und Kultur der Afrikanischen Diaspora in Berlin. Joliba. Interkulturelles Netzwerk Berlin e.V., Berlin (2013) 95 S.

folgende Rezension veröffentlicht:

 

Von Ingolf Seidel

Die Auseinandersetzung der Mehrheitsgesellschaft mit dem deutschen Kolonialismus und seinen Folgen steht bestenfalls noch an ihrem Anfang. Berliner Straßennahmen wie „Mohrenstraße“, „Togostraße“, „Lüderitzstraße“ usw. zeigen, wie wenig Sensibilität im Umgang mit Imperialismus und Kolonialerbe besteht. Auch die Geschichte(n) von Schwarzen während des Nationalsozialismus ist bisher einer breiteren Öffentlichkeit wenig bekannt.

Im Rahmen des Berliner Themenjahres „Zerstörte Vielfalt“ hat der Verein Joliba. Interkulturelles Netzwerk e.V. nun eine Broschüre in der Autorenschaft von Paulette Reed-Andersohn veröffentlicht, die es sich zum Anliegen gemacht hat, „die Präsenz von Schwarzen in Deutschland im historischen Kontext“ (S.7) darzustellen. Der Band ist in eine Einleitung und drei weitere Kapitel gegliedert. Eingangs wird die Geschichte des transantlantischen Sklavenhandels zwischen 1682 und 1857 und dessen Verhältnis zu den preußischen Staaten am Beispiel der preußischen Gesetzgebung aufgegriffen. Es folgen im nächsten Kapitel „Imperialismus, Handel, Wirtschaft und das deutsche Kaiserreich 1871 – 1918“ Schlaglichter auf die internationale Berlin West Africa Conference von 1884/1885 mit der Berlin „zum Machtzentrum der deutschen Kolonialpolitik“ (S. 25) wurde und ein wichtiger Aufsatz zum Widerstand gegen die deutsche Kolonialpolitik. Das abschließende Kapitel greift „Ausgrenzung und Überleben während der Nationalsozialistischen Diktatur 1933 – 1945“ anhand der biographischen Beispiele von Juliana, James und Theodor Wonja Michael auf, deren Vater Afrikaner war und die bis zum Tod der Eltern im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg lebten. Ergänzt werden die Zeitzeugenberichte von Juliana und James Michael um biographische Anmerkungen zu Bayume Mohamed Husen, die von Theodor Michael stammen. Der Deutsch-Afrikaner Husen, der sich gegen die 1933 auf dem kalten Verwaltungsweg erfolgte Ausbürgerung wehrte, wurde unter dem Vorwurf der „Rassenschande“ verhaftet und 1941 der Gestapo überstellt. Unter nicht geklärten Umständen starb er 1944 im Konzentrationslager Sachsenhausen.

Der vorliegende Band zeichnet sich dadurch aus, dass alle Kapitel jeweils durch Chronologien und Bildmaterial reichhaltig ergänzt werden. Den Kapiteln zum deutschen Kolonialismus und zum Nationalsozialismus ist darüber hinaus vielfältiges Quellenmaterial hinzugefügt, das sowohl aufzeigt wie selbstverständlich der deutsche Handel des Kaiserreichs vom Kolonialismus profitiert hat als auch mit welchen propagandistischen und administrativen Maßnahmen die nach 1933 im Deutschen Reich lebenden Afrikaner/innen diskriminiert und verfolgt wurden. Jedes Kapitel wird darüber hinaus durch ein ausführliches Literaturverzeichnis ergänzt. Rund 20 % der Texte sind in englischer Sprache, wobei diejenigen im Zusammenhang mit der Familie Michael und Mohamed Husen zweisprachig abgedruckt wurden. Im Überblick wird deutlich, dass bis zur Machtübergabe an die Nationalsozialisten Schwarze ein Teil des Alltags in Berlin waren.

Dem Band im A4-Format ist eine ausführliche Rezeption und ein praktischer Einsatz durchaus zu wünschen. Die Chronologien und die abgedruckten Quellen ermöglichen die Verwendung im Geschichtsunterricht und sind hierfür ausdrücklich zu empfehlen.

Broschüre von Paulette Reed-Anderson,

100 Seiten erhältlich bei Joliba e.V. für 6 € zzgl. Versand (ab 2 €)!

Bestellbar bei

JOLIBA - Interkulturelles Netzwerk in Berlin e.V.

Görlitzer Straße 70
10997 Berlin

Tel: +49 (0)30 - 610 76 802
Fax: +49 (0)30 - 616 23 841

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Broschüre zur Geschichte und Kultur
der afrikanischen Diaspora in Berlin von
Paulette Reed Anderson hier erhältlich!


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